Wir können nur Auto, aber das besonders gut

1. Februar 2010


Wir können nur Auto, aber das besonders gut

Wer VW, Audi, Skoda, Volvo, Landrover, Jaguar oder gar Aston Martin sucht, ist bei der Moll-Gruppe richtig. Aktuell ist man mit 423 Mitarbeitern an 13 Standorten in Düsseldorf, Neuss, Hilden und Kaarst präsent. Timm Moll, geschäftsführender Gesellschafter in dritter Generation, und  Geschäftsführer Klaus Zervas erklären, wie das Unternehmen Krisen-Klippen der Branche sicher umschifft.

Herr Moll, wenn Sie das Moll´sche Firmencredo auf einen einzigen Punkt bringen sollten, welcher wäre das?

Timm Moll: Wir leben das Thema Auto. Wir können nur Auto,
aber das besonders gut.

Was fasziniert Sie so an dieser Branche?

Moll: Sie ist traditionell einer der Haupt-Technologietreiber. Und ein Musterbeispiel dafür, wie erfolgreiches Marketing funktioniert: Nehmen Sie die Markenwelt von Audi, die vom Hosenträger- hin zum Premium-Image entwickelt worden ist. Als Händler nimmt man an solchen Erfolgsgeschichten unmittelbar teil, besonders, wenn man sich auch für Entwicklung und Fertigung interessiert.

Viele Händler und Werkstätten stöhnen unter der Last der Wirtschaftskrise. Wären Sie heute lieber Angestellter als Chef?

Moll: Ich würde immer wieder selbständiger Unternehmer werden wollen. Grundsätzlich weist mein Betrachtungswinkel nach vorne: Ich bin immer noch hungrig und suche als regionaler Händler den Erfolg da, wo ich auch lebe. Hier habe ich direkten Kontakt zu meinen Kunden und kann mir ein unmittelbares Bild von ihren Wünschen und Bedürfnissen machen.

Unternehmerischer Optimismus ist gut, aber sicher gehört auch gute Planung zum Erfolg?

Klaus Zervas: Natürlich ist man als Händler abhängig von den Herstellern. Unser Verkaufserfolg kann nur so gut sein wie die Produkte, die wir anbieten können.

Unter dem Namen Moll werden unterschiedlichste Fahrzeuge angeboten. Wie meistern Sie den Spagat zwischen den Markenwelten?

Moll: Es ist ein Unterschied, ob man Händler für einen großen Hersteller ist oder für eine exklusive kleine Marke wie Aston Martin. Wir stellen uns mit ganzer Kraft den jeweiligen Herausforderungen und arbeiten uns sowohl in Konzern- wie in schlankere Strukturen professionell und umfassend ein.

Wir können nur Auto, aber das besonders gut

Bekommen Sie denn das Volumen- und das Exklusiv-Segment unter den sprichwörtlichen einen Hut?

Zervas: Durchaus. Bei den Volumenmarken machen gewerbliche Kunden rund 70 Prozent unseres Gesamtgeschäfts aus. Bei den kleineren Marken richten wir uns in aller Regel direkt an den Endkunden. Häufig fährt der VW-, Audi- oder Skoda-Flottenkunde privat aber Volvo, Land-Rover, Jaguar oder Aston Martin. Bei uns findet er alles. Gewerbliche Kunden wissen zu schätzen, dass wir nicht nur Fahrzeuge verkaufen, sondern mit unserer eigenen Flottenabteilung auch im Flottenmanagement wertvolle Unterstützung leisten können.
Moll: Unser Anspruch ist ebenso einfach wie umfassend: Wer sich für eine bestimmte Marke interessiert, soll sich hier gut aufgehoben fühlen. Kundenansprache und -bindung sind für uns ausgesprochen wichtige Aufgaben. Immer wieder lassen wir uns zum Beispiel zielgruppenorientierte Events einfallen, die sehr erfreulichen Zulauf haben. Und wenn von weltweit 5.000 Aston Martin 60 in unserem Haus geordert werden, spricht das für sich.

Oft ist die Rede von der „Service-Wüste Deutschland". Ein Thema für Moll?

Zervas: Aber selbstverständlich, und zwar im positiven Sinn. Wir betrachten Service nicht als notwendiges Übel, sondern sind ein exzellenter Dienstleister. Unsere Monteure sind im Schnitt 15 Tage pro Jahr auf Schulungen, das sorgt für Hochleistung in der Werkstatt. Doch wir setzen noch vorher an. Unsere Service-Berater bewältigen eine unglaublich herausfordernde Aufgabe: Sie müssen in viele Richtungen, auch menschlich, hochqualifiziert sein.

Was macht den Dienst am Kunden so sensibel? 

Moll: Wenn es ums Auto geht, haben viele Leute erstaunlich wenig Zeit. Dabei nehmen wir uns gerne 30 bis 40 Minuten für die Bearbeitung eines qualifizierten Reparaturauftrags. Hier den richtigen Weg zu gehen, ist nicht einfach. Ich sage manchmal: Unsere Service-Berater müssten eigentlich alle Psychologen sein.

Und zahlt sich der Aufwand aus? 

Zervas: Wartung und Reparatur sind Vertrauenssache. Es geht um Themen wie Sicherheit und natürlich auch um Geld. Es macht uns stolz, das Ergebnis zu sehen: Unsere Kunden haben eine ganz starke Bindung an „ihren" Betrieb. Das ist ein großartiges Kompliment an unsere Mitarbeiter.

Das klingt nach einem Familienunternehmen im doppelten Sinne: Nicht nur, weil eine Familie mit ihrem guten Namen alles trägt, sondern auch, weil die über 420 Mitarbeiter eine große Familie bilden...

Moll: In der Tat. So denken und so handeln wir. Unser Grundsatz: Wir entlassen keine Leute! Zum einen fühlen wir uns den Mitarbeitern und ihren Familien verpflichtet. Zum anderen kommen auch wieder bessere Zeiten - und dann bekämen wir unser hoch qualifiziertes Personal ja nicht einfach wieder zurück.

Würden Sie jungen Menschen heute noch empfehlen, in der Automobilbranche anzufangen?

Moll: Wir haben rund 100 junge Auszubildende, die bei uns einen Beruf im KFZ-Handwerk erlernen. Als einer der größten Ausbildungsbetriebe in Düsseldorf sind wir überzeugt: Ja, junge Leute sind in der Branche gut aufgehoben.


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