Die Zukunft des sportlichen Luxus

01.06.2010


Die Zukunft des sportlichen Luxus 

Texte über einen Jaguar klangen früher häufig so: Ein wildes, aber kapriziöses Tier, eine aggressive Raubkatze, fauchend zum Sprung bereit. Die achte Generation des großen Jaguar XJ hingegen lässt sogar die gewohnt angriffslustige Motor-Journaille die scharfen Krallen einziehen und in anderen Bildern schwelgen. 

Platz 1 für den Jaguar XJ - nicht aus Hang zur Historie, sondern aus Freude am Fahren", findet AutoBild. Die Kollegen von „WeltOnline" meinen: „Auf der Testfahrt sammelte er sowohl durch dezente Geräusch- wie auch durch explosive Temperamentsentfaltung Sympathiepunkte". Für die Süddeutsche Zeitung ist „Das Zusammenspiel der Werkstoffe ebenso zeitgemäß wie stilsicher", und auto motor und sport schwärmt: „Den unvergesslichen ersten Eindruck prägen weite Leder-Flächen, chromumrandeter Klavierlack-Schimmer sowie ein unter dem Scheibenrahmen umlaufendes Holzband". Samtpfotig, fast unhörbar hat sich die englische Katze mit ihrer Symbiose aus Komfort, Luxus und Sportlichkeit an den Platzhirschen aus Baden-Württemberg und Bayern vorbei in die Herzen der Experten geschlichen. Aber kommt der neue britische Botschafter wirklich so sanftmütig daher? Langeweile mochte sich das Label denn nun wirklich auch noch nie vorwerfen lassen. „Echtes Selbstbewusstsein basiert ja nicht auf im Netzhemd offen zur Schau gestellten, schwellenden Muskeln", sagt Klaus Zervas, Geschäftsführer der Moll GmbH & Co. KG, dem autorisierten Jaguar-Vertragspartner an der Düsseldorfer Schirmerstraße. „Sondern auf souveräner Kraft, die im Designer-Anzug jederzeit spürbar und abrufbereit ist". 

Bezahlbarer Luxus

Für Jaguar - und für immer mehr sonst durchaus nüchtern denkende Menschen, Klaus Zervas eingeschlossen - ist der XJ nicht weniger als „Die Zukunft des sportlichen Luxus". Dass der schon ab 76.900 Euro, wohlgemerkt inklusive Mehrwertsteuer, erhältlich ist, lässt selbst eingefleischte Verfechter süddeutschen Standardprogramms einen zweiten Blick riskieren. Zum Beispiel in die anders als anderswo wohltuend kompakte Preisliste: Was man braucht, ist serienmäßig drin. Die meisten besonders schönen Dinge auch. Der Rest passt im Wesentlichen auf eine Seite.

Der Blick fliegt zurück zum Fahrzeug. Und es gibt eine Menge zu sehen: Glänzendes Eichenholz, mattiertes Ulmenholz oder Marmoriertes Ebenholz im Innenraum etwa. Ledersitze im edlen Farbton London Tan mit Kontrastnähten und Keder in Jet-Schwarz. Oder in je nach persönlichem Geschmack bis ins Detail kombinierbaren weiteren Zusammenstellungen. Feinstes Leder auch auf der Armaturentafel und als Türverkleidung. Die nicht trotz, sondern gerade wegen vieler neuartiger Technologien intuitive Bedienung. Das alles, nachdem man im den Körper mit allen Sinnen berührenden Innenraum Platz genommen hat: Ein Duft von britischem Oberhaus, Fingerspitzen-Schmeichelei beim zarten Gleiten über Holzpaneele, die manchem Möbel gut zu Gesicht stünden. Bis zu 112 Zentimeter Beinfreiheit in der optionalen Langvariante.

Gentlemen, start your engines!

Die sportlich-komfortablen Fauteuils, auf denen man nicht einfach sitzt, sondern die den Fahrer aufnehmen, umschließen, ihm Halt geben für das, was kommt, wenn der chromumrandete Knopf rechts neben dem Lenkrad niedergedrückt wird und die Katze zum Leben erwacht: Gentlemen, start your engines! 275 PS hat schon die 3.O-Liter-Dieselvariante. Aus 5.0 Litern holen die Benzinmotoren 385 respektive 510 PS, wenn die Kompressor-Variante für besonders nachdrücklichen Schub sorgen darf - 4,9 Sekunden von 0 auf 100. Das alles bei Verbrauchs- und Emissionswerten, die vor nicht allzu langer Zeit noch einem Mittelklassewagen mit einem Viertel der Leistung gut zu Gesicht gestanden hätten.

„Es kann also durchaus eine Frage der Vernunft sein, warum man Jaguar XJ fährt", schmunzelt Klaus Zervas. Faszinierend, wenn Vernunft soviel Leidenschaft entfacht. Also aussteigen - und mit ein paar Metern Abstand nochmal schauen: Auf straffe Gürtellinie, Gestrecktheit und Eleganz, fließende Linien und betörende Schönheit.

Erschienen im Düsseldorfer Wirtschaftsblatt 3/10


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